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1378 Kilometer - Dokumentation der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze

Wanderung 2003
Wanderung 2003

Diavorträge, ein Buch und eine Wanderausstellung - dies sind die Formen der Dokumentation und Aufarbeitung der deutsch-deutschen Grenze.


  2003: Wanderung zu Fuß entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze

  2005/06: Doku und Radtour auf dem Berliner Mauerstreifen

  Infos zur Wanderausstellung "Bereits Gras über der deutsch-deutschen Grenze?"

  Informationen zum Diavortrag zur deutsch-deutschen Grenze

  Bilder von der ehemaligen innerdeutschen Grenze

  Zum Forum: Möglichkeit für Fragen und zum Austausch


Nachfolgend ein zusammenfassender Bericht über die Wanderung entlang der einstigen Grenze vom bayerischen Prex bis hoch zur Ostsee bei Travemünde:

Sommer 2003. Gemeinsam mit Karsten Höft aus der Ruhrgebietsstadt Recklinghausen wanderte ich den Verlauf der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze ab. An Hand von über 4000 Dias dokumentierten wir die Grenzmuseen, die Reste der noch sichtbaren Grenzanlagen, den Kolonnenweg und die natürlichen Begebenheiten entlang des Grünen Bandes.
Ausgangspunkt war am 21. Juli 2003 das einstige Dreiländereck der Staaten CSSR, DDR und BRD in der Nähe der oberfränkischen Ortschaft Prex. Endpunkt der Tour war am 2. September 2003 der Priwall bei Lübeck-Travemünde, gelegen an der Ostseeküste.
Bereits im Juli 2001 marschierten wir innerhalb von 5 Tagen den 166 Kilometer langen ehemaligen Mauerstreifen von Berlin ab. Der interessante Verlauf des Grenzstreifenprojekts 2001 und die gute Resonanz ermutigten uns, zwei Jahre später die 1378 Kilometer lange innerdeutsche Grenze abzulaufen.
Mit der Bahn ging es ins sächsische Oelsnitz, von wo aus wir zu Fuß die 15 Kilometer zum Dreiländereck liefen. Nach einem Pressetermin mit einem Journalisten der Frankenpost ging es am Tag darauf den Kolonnenweg entlang in Richtung Mödlareuth, das wir am Abend erreichten. Mödlareuth wurde von den Amerikanern einst "little Berlin" genannt, da ab 1966 eine 3,40 hohe und 700 Meter lange Betonsperrmauer das Dorf teilte. Zuvor trennten bereits Metall- und Holzzäune seit 1949 Mödlareuth in zwei Hälften.
Wir kamen mit dem Leiter des dortigen Museum, Arndt Schaffner, und seinen Museumsmitarbeitern ins Gespräch und konnten ein paar Blicke hinter die Kulissen werfen.
Vorbei an der Haag-Linde, die zur Freude über die Grenzöffnung und die Deutsche Einheit im Jahre 1997 gepflanzt wurde, ging es weiter nach Hirschberg, wo sich zu DDR-Zeiten ein großes Lederkombinat befand.
An der Saale entlang wanderten wir nach Blankenstein, wo uns ein heftiges Sommergewitter, das Wolkenbrüche und Hagel mit sich brachte, überraschte. Hinter Bad Steben bauten wir am Abend unser Zelt auf und hofften auf besseres Wetter während der kommenden Wochen.
Über Nordhalben, das auf einer hohen Bergkuppe lag und über eine Straße mit 15 Prozent Steigung erreichbar war, ging es am Kolonnenweg entlang nach Brennersgrün, das sich auf thüringischer Seite direkt an der innerdeutschen Grenze befand. Wir kamen mit dem Besitzer des dortigen Gasthauses "Zum grünen Wald" ins Gespräch, und er unterbreitete uns ein gutes Übernachtungsangebot und lud uns am kommenden Morgen sogar zu einem üppigen Frühstück ein.

Vorbei an der Ziegelhütte und an alten Grenzsteinen aus dem 17. Jahrhunderts entlang des Rennsteigs ging es über das fränkische Ludwigstadt zur Thüringer Warte, von der man zu Zeiten des Eisernen Vorhangs hervorragend auf die Grenzanlagen blicken konnte. Nun befindet sich im Innern eine Ausstellung zum Thema "Grenze". Tagesziel war die Ortschaft Kleintettau.
Über Tettau ging es am 25. Juli zur Gedenkstätte Heinersdorf-Welitsch. Diese beiden Ortschaften wurden durch eine Betonsperrmauer getrennt. Einige Meter sind noch erhalten. Zudem sind der Kfz-Sperrgraben, einige Gedenksteine und eine kleine Dokumentation in einer ehemaligen Güst-Baracke zu besichtigen. Tagesziel war Hönebach, das zwischen Sonneberg und Neustadt bei Coburg liegt.
Dort wurde das Gepäck grundlegend umdisponiert. Bis dahin wogen die Rucksäcke an die 20 Kilogramm. Da dies zu viel war, reduzierten wir das Gepäck auf 15 Kilogramm. Das große Zelt wurde gegen ein kleineres Modell eingetauscht, und einige Kleidungsstücke wanderten nach Berlin ...
Von Schalkau aus starteten wir die nächste Etappe nach Roßfeld bei Bad Rodach. Auf dem Kolonnenweg liefen wir zuerst nach Truckendorf und trafen später in Görsdorf ein, wo wir ein Stück Mauer im Hinterland ausfindig machten. In keinem Grenzführer hatten wir dieses Stück Relikt deutscher Teilung zuvor gefunden. Umso größer unsere Überraschung und Freude.
Vorbei an der Alexandrinenhütte, die 1936 aus den Resten eines Turmes errichtet wurde, wanderten wir auf dem Carl-Escher-Weg ins fränkische Roßfeld.
Am 1. August hatten wir um 12 Uhr einen Termin mit der örtlichen Presse und dem ehemaligen Landrat von Hildburghausen, Herrn Dr. Elmar Weidenhaun, an der Gedenkstätte Billmuthausen. Das Dorf Billmuthausen befand sich im Sperrstreifen der Grenze und wurde in den 70er Jahren komplett abgerissen. Übrig blieben nur eine Friedhofsmauer und der Trafoturm. Nach der Wende entstanden dort Infotafeln, eine kleine Kapelle und eine Gedenktafel. Die Friedhofsmauer und der Trafoturm wurden aufwendig saniert.
Nostalgie der 60er und 70er Jahre kamen auf, als wir abends am Bayernturm bei Zimmerau eintrafen. Begrüßt wurden wir vom Ehepaar Spielmann, die die Besitzer des dortigen Gasthofs waren. Früher konnten die Besucher vom Turm aus auf die Sperranlagen schauen, heute geht es ein wenig ruhiger am Bayernturm zu. Die Einrichtung des Gasthofs war noch original die der 70er Jahre.

Das Wetter wurde in den kommenden Wochen prächtig. Der Jahrhundertsommer begann. Alsleben, Evershausen und Behrungen wurden passiert. In Berkach wurden wir wieder einmal auf das Schicksal zwangsumgesiedelter Familien aufmerksam. Im Zuge der "Aktion Ungeziefer" mussten auch dort 1952 über Nacht viele Familien ihr Haus und Hof verlassen. Die zweite Welle der Zwangsumsielungen erfolgte 1961 mit der "Aktion Kornblume", im Bezirk Karl-Marx-Stadt auch "Aktion Frische Luft" genannt.

Am nächsten Tag wurden wir mittags bei brütender Hitze in Stedtlingen von Anwohnern zu einem kühlen Bier bei einem Formel 1-Fanclub eingeladen. Lange konnten wir nicht bleiben, da wir uns feste Etappenziele gesteckt hatten. Am Abend erreichten wir das nördlichste Gasthaus Bayerns in Weimarschmieden. Im dazugehörigen Garten zelteten wir und wurden am kommenden Morgen mit einem großen Frühstück verwöhnt. Im Allgemeinen stießen wir auf unserer Tour stets auf große Gastfreundschaft, und die meisten Leute zeigten sich sehr interessiert, wenn wir von unserer Dokumentation berichteten.
Über Fladungen, Frankenheim und Hilders wanderten wir am 4. August rund 40 Kilometer bis zum Lörnhof im Nüsttal am Rockenstuhl. Der einsame Bauernhof lag auf hessischer Seite nur wenige Meter von den Grenzanlagen entfernt. Wir kamen mit den Bewohnern des Lörnhofs ins Gespräch und erfuhren interessante Details über das Leben an der Grenze.
15 Kilometer weiter nördlich wurden wir am Point Alpha bei Geisa und Rasdorf herzlich begrüßt. Diese Gedenkstätte war der Höhepunkt der bisherigen Abschnitte. Auf dem ehemaligen Stützpunkt der US-Armee, der sich an der sogenannten Fuldaer Lücke befand, konnten wir zahlreiche Fotos anfertigen und in einer ehemaligen Unterkunft übernachten. Das auf thüringischer Seite kürzlich eröffnete Museum hat einiges Informatives zu bieten, und die Außenanlage der stehen gelassenen Grenzanlagen sucht ihres gleichen.
Pünktlich um 10:00 Uhr erschienen am nächsten Morgen die Vertreter der Presse. Fernsehen und Rundfunk des Hessischen Rundfunks, Journalisten der Fuldaer Zeitung, des Freien Worts und der Südthüringischen Zeitung. Nach Gesprächen und etlichen Fotos vor den Objekten des Grenzmuseums machten wir uns auf den Weg in Richtung Norden.
Über Vacha, wo die alte, aus Naturstein erbaute "Brücke der Einheit" die Werra überspannt und das einst geteilte Haus Hoßfeld liegt, wanderten wir bis zum Zeltplatz in Heringen. Hinter der Ortschaft erhob sich der Monte Kali, eine Abraumhalde des dortigen Kalisalzbergwerks.
Über Nesselröden und die recht traurig aussehenden Ortschaften Untersuhl und Dippach ging es in Richtung Weißenborn am Schiefergrundskopf, wo wir auf einer Waldlichtung unser Nachtlager aufschlugen.
Vorbei an Eschwege folgten wir dem Lauf der Werra bis Bad Sooden / Allendorf und bogen dort zum Grenzmuseum Schifflersgrund ab. Nahe der Ortschaft Asbach, wo sich an einem Berghang ein Stasi-Tunnel befunden haben soll, nächtigten wir nahe eines Gasthauses.

Das nächste Grenzmuseum erreichten wir am Tag darauf. Das Grenzmuseum in Teistungen / Eichsfeld war neben Mödlareuth und Point Alpha das bisher interessanteste. Direkt auf dem ehemaligen Grenzstreifen übernachteten wir neben einem Beobachtungsbunker. Bei Mondlicht entstanden beeindruckende Aufnahmen, und es war in der Nacht noch besser nachzuvollziehen, was ein Dienst an der Grenze bedeutet haben muss.
Nach der Besichtigung der dortigen Ausstellungsräume folgten wir gegen Mittag dem Verlauf des Kolonnenwegs bis Ecklingerode, der durch einen Hochwald führte. Später legten wir eine Pause auf der Terrasse der Pension Sonnenstein ein. Das alte Besitzerehepaar erhielt nach der Wende dieses Grundstück wieder zurück, nachdem die Frau einst 1952 mit ihren Eltern die Koffer packen musste. Das Haus lag im Grenzgebiet und musste bei der "Aktion Ungeziefer" geräumt werden. Tagesziel war der Grenzstreifen zwischen Mackenrode und Tettenborn / Bad Sachsa.

Von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter wurde uns am kommenden Vormittag das dortige Grenzlandmuseum Bad Sachsa gezeigt. Nicht ohne Stolz wurde uns ein funktionstüchtiger Abschnitt des Grenzsignalzauns vorgeführt. Besonders sehenswert waren eine komplett ausgestattete Führungsstelle der DDR-Grenztruppen und ein Heißluftballon, der von einer Familie im August 1989 zu einem Fluchtversuch verwendet wurde.
Im Januar 2004 besuchte ich noch einmal das Grenzlandmuseum in Bad Sachsa / Tettenborn, um weitere Bilder anzufertigen und Informationen für die Vorträge und das in Arbeit befindliche Buch zu sammeln.

Am folgenden Tag im Sommer 2003 gab es die anstrengendste Etappe. 43 Kilometer bis zum Gipfel des Brockens. Erst kurz vor Mitternacht erreichten wir die kahle und windige Kuppe des höchsten Berges Norddeutschlands. Der Anstieg in der Dämmerung und im Dunkeln war aufregend. Hirsche brachen aus dem Unterholz und preschten durch einen Bach, und im Dickicht grunzten die Wildschweine. Der Weg war kaum auszumachen, und das erste Mal kam die mitgenommene Taschenlampe ernsthaft zum Einsatz.
Die Nacht verbrachten wir unter freiem Himmel auf dem Brocken, um in aller Frühe den Sonnenaufgang betrachten zu können. Gegen 6:30 Uhr stiegen wir auf dem Plattenweg in Richtung Ilsenburg den Brocken hinab. Nächstes Etappenziel war die kleine Ortschaft Mattierzoll, die sich auf niedersächsischer Seite befindet. Auch dort existiert ein kleines Freilicht-Grenzmuseum.
Dem Kolonnenweg folgten wir bis Hötensleben, wo ein großes Stück Grenzstreifen mit den dazugehörigen Anlagen erhalten blieb. Betonsperrmauer, Lichtsperren, Panzersperren, Metallgitterzäune und Beobachtungstürme. Noch am gleichen Tag wanderten wir weiter nach Marienborn, von wo aus wir für eine kurze Pause nach Berlin fuhren.
Meinen 30. Geburtstag am 19. August 2003 wollten wir mit Freunden in Berlin verbringen. Direkt im Anschluss setzten wir unsere Wanderung wieder in Marienborn fort.

Der Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn stattete ich im August 2004 einen Extrabesuch ab. Im Zuge der Vorbereitung für eine Wanderausstellung fuhren ein weiterer Projektpartner und ich nochmals nach Marienborn, und führten dort mit dem Leiter der Gedenkstätte, Dr. Scherrieble ein sehr nettes und informatives Gespräch.
Die Gedenkstätte auf dem ehemaligen Gelände der überaus großen Grenzübergangsstelle wurde am 13. August 1996 eröffnet. Bereits bis Ende 2003 wurde diese Gedenkstätte von über 800 000 Personen aus den verschiedensten Ländern besucht. Eine Dauerausstellung, eine Videovorführung und wechselnde Sonderausstellungen informieren den Besucher sehr beeindruckend über die Arbeit der ehemaligen GÜSt und die Geschichte der deutsch-deutschen Grenze.

Nach der kurzen Pause in Berlin im August 2003 liefen wir am Endlager Morsleben vorbei und folgten ein Stück der Straße der Romanik. Die hübschen Landschaften mit den Hügeln, Mäuerchen, alten Kirchen und kleinen Dörfern erinnerte uns an Irland oder Galicien.
Hinter Everlingen bauten wir am ehemaligen Grenzstreifen nahe eines Waldes unser Zelt auf. In der einsamen, abgelegenen Gegend sagten sich sprichwörtlich nicht nur Fuchs und Hase gute Nacht. Die gesamte Nacht über bellte, grunzte und heulte es rings um unser Nachtlager, und ein undefinierbares Tier unternahm gegen ein Uhr in der Nacht wütende, stampfende Scheinangriffe auf unser Zelt.
Hinter Oebisfelde durchquerten wir den Naturpark Drömling mit seinen Wiesen, Flüssen und Sumpflandschaften. Dem Grenzverlauf folgten wir bis Jahrstedt. Tagesziel war die von der Grenze fast eingeschlossene, über 800 Jahre alte Ortschaft Brome.
Ich hatte mittlerweile sieben Kilo abgenommen, und somit nahm ich mir vor, die kommenden Tage wieder mehr zu essen. Die langen Etappen und die heißen Tage hatten an den Reserven gezehrt. Gesagt, getan. In Jübars aßen wir in der Dorfgaststätte Wildgulasch mit Klößen und Rotkohl. Zum Abendbrot legten wir in Bergen (Dumme) Kroketten mit Chickensticks nach ...
Wie Tags zuvor legten wir wieder 40 Kilometer zurück. Ziel war das Dorf Jiggel im Wendland. Sonnenblumenfelder, Milchkannen vor Grundstücken, Weiden, vereinzelte Aufkleber mit der Aufschrift "Republik Freies Wendland" und viele gelbe Castor-Kreuze prägten das Bild der kommenden Tage.
In Prezelle zelteten wir auf dem dortigen Grundstück der evangelischen Gemeinde. Von dort aus wanderten wir über Gorleben und die zerstörte Elbe-Brücke bei Dömitz zur Dorfrepublik Rüterberg, wo wir mit dem 83-jährigen Dorfchronisten Rasenberger ins Gespräch kamen. Komplett von den Sperranlagen der Grenze eingeschlossen, riefen die Bewohner des Dorfes auf einer Versammlung im Gemeindehaus am Abend des 8. Novembers 1989 die Dorfrepublik Rüterberg aus. Die Nachricht von der Dorfrepublik ging um die ganze Welt.
Nach einem Abstecher in der alten Stadt Hitzacker wanderten wir am 30. August parallel zur Elbe durch Wälder und vorbei an vielen kleinen Ortschaften zur Stadt Boizenburg, wo am Rande der Stadt dem Elbergmuseum und dem ehemaligen Checkpoint Harry ein Besuch abgestattet wurde.
Über Gudow, wo uns zwei gute Freunde aus Hamburg einen Besuch abstatteten und mit Tee, Waffeln, Eis und Schokolade versorgten, wanderten wir knapp 40 Kilometer bis zur Kogelei Mühle am Salemer See. Die Nächte wurden mittlerweile empfindlich kühl, und es regnete immer häufiger ...

Der 1. September hatte es dann in sich! Knapp 50 Kilometer marschierten wir bis nach Dassow. Positiv überrascht wurden wir vom Grenzhuus in Schlagsdorf, das den Besuchern viele Informationen und eine ordentlich gestaltete Freianlage zum Besichtigen bietet. Am Nachmittag wurden wir auf einen Trafoturm kurz vor Selmsdorf aufmerksam. Mit weißer Aufschrift wurde dort auf den Mauern des Turms das Schicksal der geschleiften Ortschaft Bardowiek verewigt.
Der letzte Abschnitt der Tagesetappe wurde hart: Einbrechende Dunkelheit, peitschender Regen und nur die Möglichkeit des Wanderns auf der Bundesstraße 105. Vorbei ging es am aufgewühlten Dassower See. Düstere Wolken - Weltuntergangsstimmung. Ich fühlte mich an die Sturmfahrt auf einem Segelboot im November 1999 erinnert. Von uns erschreckt stoben zwei kleine Wildschweine über das Feld. LKWs spritzten uns das Wasser der Pfützen ins Gesicht. Man musste höllisch aufpassen, nicht in der Finsternis von den entgegen kommenden Fahrzeugen überrollt zu werden. Am Ufer des Sees erhob sich ein ehemaliger Beobachtungsturm in den dunklen Abendhimmel.
Völlig erschöpft und durchnässt erreichten wir Dassow gegen 21 Uhr. Dort ließen wir das Zelt im Rucksack und genehmigten uns ein Zimmer in einer Pension ...
Zum Abschluss folgte die kleine Etappe zum Priwall. Sonnenschein und zwei Journalisten der Lübecker Nachrichten empfingen uns um 12 Uhr am Strand der Ostsee.

Es war vollbracht. Zufrieden, glücklich und zugleich nachdenklich öffneten wir eine Flasche Sekt und nahmen ein abkühlendes, wohlverdientes Bad in der Ostsee.
An die innerdeutsche Grenze erinnerte auf dem Priwall nichts mehr. Wo einmal die Grenze verlief, konnte man nur an einem Schild erkennen: FKK-Strand - Hier Travemünde Ende.


• Seit Anfang Februar 2004 werden Diavorträge über die deutsch-deutsche Grenze angeboten. Grundlage ist die Dokumentation aus dem Sommer 2003.
Premiere des Vortrags war am 16. Februar2004 im Maritim Hotel in Lübeck-Travemünde im Rahmen einer Veranstaltung der dortigen Raiffeisenbank.
Geplant sind weiterhin Vorträge auf Englisch und Japanisch, die gemeinsam mit Seiji Morimoto aus Tokio in Japan an Universitäten gehalten werden sollen.


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